Gesundheit
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Gesundheit braucht individuelle Verantwortung Dank des medizinischen Fortschritt einerseits, sowie der im Vergleich zum Industriezeitalter niedrigeren körperlichen Belastung im Beruf andererseits, werden die Menschen in Deutschland immer älter. Darüber hinaus bleiben Menschen auch länger fit. Die Generation der sogenannten „Silver Workers“ wird zu einer der wichtigsten Zielgruppen der Werbeindustrie. Senioren engagieren sich ehrenamtlich, betreuen ihre Enkelkinder, verreisen, genießen das Leben. Ein heute 70-Jähriger ist körperlich so fit wie 1990 ein 60-Jähriger. Damit das so bleibt und auch die heute geborenen Kinder, denen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 100 Jahren zugeschrieben wird, im Alter noch fir sind und lange unbeschwert leben können, spielt das Thema Gesundheit eine besondere Rolle. Verschiedene Umwelteinflüsse tragen zunehmend zu einer ungesunden Lebensführung gerade auch jüngerer Menschen bei: es wird immer seltener zuhause gekocht und wenn es etwas gibt, dass meistens aus der Mikrowelle, viele Kinder treiben nicht mehr regelmäßig Sport, sondern werden lieber vor den Fernseher oder den Computer gesetzt, anstelle von Pausenbroten bekommen Schulkinder eine Tüte Chips in die Hand gedrückt. Aktuelle Statistiken zeigen uns wohin das führt. Die Deutschen sind mittlerweile das dickste Volk Europas. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie wir mit dem ausgestreckten Finger nach Amerika gezeigt haben und die ungesunde Ernährung der Amerikaner bemängelten. Wir sind auf dem besten Wege, Amerika an der Spitze abzulösen. Das alles wäre ja auch gar nicht so schlimm (schließlich soll jeder das Essen, was er möchte), wenn Übergewicht nicht nachgewiesenermaßen in der Folge zu schweren Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhtes Schlaganfallrisiko, Knochen- und Gelenkverschleiß führen würde. Die Kosten der Behandlung von diesen Krankheiten muss dann die gesamte Solidargemeinschaft zahlen, also auch der Versicherte, der auf eine gesunde Lebensführung achtet. Ich will damit nicht sagen, dass die Behandlung gewisser Krankheitsbilder von jedem selbst bezahlt werden muss, schließlich treten einige der genannten Krankheiten auch ohne Übergewicht auf. Mein Ziel ist ein Gesundheitssystem, dass individuelle Risiken, sofern sie durch den Versicherten selbst beeinflussbar sind, stärker berücksichtigt werden. Extremsportler müssen z.B, nicht durch die Versichertengemeinschaft unterstützt werden. Wenn jemand meint, Sportarten zu betreiben, mit denen er sich einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt fühlt, dann soll er dieses Risiko auch privat absichern. Um Ihnen einen Eindruck von den finanziellen Auswirkungen einer stärker vorsorgeorientierten Gesundheitspolitik zu verschaffen, folgendes Beispiel: In Deutschland gibt es 8 Mio. Diabetiker. 95 % dieser Diabetiker haben den Typ 2, der auch auf mangelnde Bewegung und schlechte Ernährung zurückzuführen ist. Es gibt auch noch andere Risikofaktoren die erblich bedingt sein können, die der Versicherte folglich nicht zu verantworten hat. Würden diese Diabetes-Typ2-gefährdeten im Durchschnitt zehn Kilo abnehmen, so reduzierte sich das Risiko an Diabetes zu erkranken um 50 %. Das entspricht Kosteneinsparungen in Höhe von 27 Mrd. € jährlich. Ich möchte damit deutlich machen, dass wir uns auch in der Gesundheitspolitik über eine nachhaltige Ausgestaltung unterhalten müssen. Deutschland hat das qualitativ hochwertigste Gesundheitssystem. Damit das so bleibt, muss nicht nur über die Einnahmeseite diskutiert werden, die in Form von Krankenversicherungsbeiträgen und Steuerzuschüssen ausgereizt ist. Ich will eher ein Augenmerk auf die Ausgaben legen, die mit einfachen Mitteln, wie Prävention und Vorsorge, zurückgefahren werden können, ohne dass die Qualität der medizinischen Versorgung gefährdet wäre. |









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